Verschlagen, gierig, gewissenlos

Der Fall Salinas - internationale organisierte Kriminalität und Geldwäsche mit Mafia- und Terrorhintergrund

Berlin, 03.02.2016 - Am Anfang schien es sich nur um die Veruntreuung von Treuhandgeld durch einen Rechtsanwalt zu handeln. 900.000 Euro sind kein Pappenstiel, auch wenn ein daraus unmittelbar folgender Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden ist. Aber der Fall hat eine erheblich größere Dimension. Eine Dimension, die Ermittlungsbehörden nicht nur in Deutschland, sondern auch den USA, China, den Emiraten und anderen Ländern beschäftigen dürfte. Es geht um mindestens 120 Millionen Euro, die von einer international in Europa, den Emiraten, Nordamerika und China agierenden Bande mit Hilfe einer Bankgarantie an sich gebracht werden sollten. Mehrere Banken sind involviert, der Ableger eine Schweizer Privatbank in Monaco, eine britische Großbank, eine Großbank aus Singapur und eine österreichische Bank.

Bankgarantien sind viele unterwegs, echte und falsche. Viele angebliche Bankgarantien sind im Umlauf, die das Papier nicht wert sind, auf das sie geschrieben wurden. Dass es sich in diesem Fall um eine Fälschung gehandelt hätte, trifft hier aber nicht zu. Es kann vielmehr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass es sich um Geld aus dubiosen Quellen organisierter internationaler Kriminalität und Terrorfinanzierung handelt, was gewaschen und wovon 120 Millionen als „Provision“ ausgeschüttet wurden oder werden sollten.

Führende Bankmitarbeiter müssen in dieses kriminelle Spiel mit einbezogen werden, sonst kann es nicht funktionieren. Einer der Täter deutete gegenüber Zeugen unmissverständlich an, dass Bestechung von leitenden Bankmitarbeitern dabei war. Der Topf war wohl groß genug, um für eine ganze Reihe von Beteiligten ein Handgeld von ein paar Millionen bereit zu halten. Die Spur führte erst nach Monaco, dann nach Dubai und nach Hongkong. Es ist klar erkennbar, dass die Täter eine enge Verbindung nach Arabien und nach Asien haben. Warum soll die Transaktion an solch exotischen Orten durchgeführt werden? Offenbar weil die Finanziers eine Nähe dazu haben. Finanziers, die 120 Millionen als Provision für Geldwäsche zahlen?!

In der heutigen Zeit ist es nicht mehr so einfach, solche Riesensummen in den normalen Wirtschaftskreislauf zu bringen. Dass eine Großbank, die mit solchen Geschäften gerade eben negativ aufgefallen ist, involviert ist, nimmt deshalb nicht wunder. Denn nur mit den wirklich Großen funktioniert ein kriminelles Geschäft solchen Ausmaßes. Der HSBC wurde nachgewiesen, nicht nur Schwarzgeldwäsche und Steuerhinterziehung begünstigt zu haben, sondern dadurch auch die Terrorfinanzierung und Drogenkartelle aktiv unterstützt zu haben. Und das ist eine ganz heiße Kiste

Gegenüber Zeugen ließen die Täter immer wieder durchblicken, dass führende Bankmitarbeiter involviert seien und bestochen würden, um das Geschäft abwickeln zu können. Für eine Bankgarantie, die ganz offenbar mit Geld aus dubiosen Quellen hinterlegt war, sollte ein entsprechender Kredit gewährt werden. Dieser würde dann am Ende der Laufzeit bedient werden, indem die Bankgarantie gezogen würde.

Die Stellung des Ansprechpartners in der Niederlassung der Großbank in Dubai bestätigt, dass es sich nicht um ein Fantasiegeschäft oder Peanuts gehandelt haben konnte. Denn ein solch ranghoher Bankmanager wäre nicht einbezogen, wenn es nicht um eine große Sache gegangen wäre. Auch der Name der involvierten Münchner Rechtsanwaltskanzlei mit Ableger in Berlin und anderen Städten spricht dafür, dass es nicht um Kleinigkeiten ging. Es drängt sich die Frage auf, wie viel Erfahrung besagte Kanzlei schon mit derartigen Geschäften hat. Newcomer bekommen in der Regel nicht solche Mandate. Und seinen guten Ruf setzt man nicht so leicht aufs Spiel, wenn es nicht um ganz großes Geld geht.

Warum entschlossen sich aber die Täter, ein Unternehmen um 900.000 Euro zu prellen, wenn es um solche enormen Summen ging? Hatten Sie das nötig? Die Antwort ist einfach, wenn man die Abläufe bei solchen kriminellen Geschäften nach vollzieht. 900.000 Euro entsprachen 1 Mio. USD. Zum damaligen Kurs blieben noch ein paar Zehntausend Euro, die man verteilen konnte, bevor man den Gegenwert der 1 Mio. USD an den Kontaktmann in Hongkong überwies. Die 1 Million war eine Art „Bid Bond“, eine Zahlung, die dem Auftraggeber der Geldwäsche garantierte, dass die Täter ernsthaft willens und in der Lage sind, ein solches Geschäft abzuwickeln. 1 Million Dollar investiert man nicht nur einfach so, um sie zu verlieren. Aber sie sind gut eingesetzt, wenn man dafür 120 Millionen erhält. Vorausgesetzt natürlich, man ist zu kriminellen Handlungen bereit. Die Täter waren es.

Das Geld für die „Garantie“ wollten sich die Täter von ahnungslosen und auch etwas blauäugigen Unternehmern holen, die auf der Suche nach Finanzierungen waren. Je dringender Geld für die Firma benötigt wird, desto schneller ist ein Unternehmer bereit, auch eine Art Garantiezahlung zu leisten. Wenn ihm dann noch vorgespiegelt wird, dass das Geld das Treuhandkonto einer renommierten Rechtsanwaltskanzlei bei einer österreichischen Bank nicht verlassen würde, sieht er kein Risiko für sich. Warum sollten ihn eine renommierte Rechtsanwaltskanzlei und ein vorgeblich erfahrener Inhaber einer Projektgesellschaft, die das alles abwickeln sollte, betrügen wollen.

Wenn man als Täter aber schon bereit ist, mit der Mafia oder Terroristen gemeinsame Sache zu machen, dann kann man auch die vergleichsweise kleinen Beträge mitnehmen, die einem da bereitwillig überlassen werden. Soll man diese Peanuts von 900.000 Euro überhaupt noch zurückzahlen? Oder gar zu seinen Verpflichtungen stehen, Beteiligungskapital oder ein Darlehen zu beschaffen? Und auch als Rechtsanwalt hat man nicht viel zu fürchten, selbst wenn man Treuhandgeld veruntreut, denn mit solch starken und skrupellosen Freunden im Hintergrund lässt sich alles aussitzen oder rechtzeitig in Gefilde verschwinden, wo man die Millionen verprassen kann und unerreichbar für die Ermittlungsbehörden ist. Bis zum Absprung spielt die zweifellos bestens informierten und involvierten Kanzleikollegen einfach das Verdummungs- und Verzögerungsspiel. Es wird bestritten und Zeit geschunden, in der Hoffnung auf sowieso langsam arbeitende Gerichte und vielleicht sogar ein Urteil im Sinne der Täter und Rechtsanwaltskomplizen. Nur dumm, dass das Berliner Kammergericht jüngst in dem Zivilprozess abschließend für das um das Treuhandgeld geprellte Unternehmen entschieden hat. Der Partner und mutmaßliche Mittäter, der das Geld veruntreut hat, soll zahlen. Aber kann er das? Oder die Kanzlei, die ihn vor Gericht vertritt und sich anfangs skrupellos sogar noch Honorar aus dem Treuhandgeld hat zahlen lassen? Oder sind die Tickets nach Paraguay schon gebucht?

Wie war den eigentlich das Geschäft für diese Riesengeldwäsche konstruiert? Die Täter brauchten ein plausibles Projekt größeren Ausmaßes und mit Schwerpunkten in Ländern mit „weicheren“ Rechtssystemen, in das solche enormen Beträge auch zum Schein hätten fließen können. Auch wenn das in Wahrheit gar nicht beabsichtigt war. Da kommen die Projektgesellschaft und ihr Inhaber ins kriminelle Spiel. Jedenfalls fanden sie in der Salinas AG, eine mehr oder minder aktive Schweizer Gesellschaft, die Projekte für Meerwasserentsalzungsanlagen in solchen Ländern realisieren wollte. Der Inhaber hatte schon genügend Jahre vergeblicher Kapitalsuche hinter sich, um offenbar für jeden Vorschlag offen zu sein, der ihm Geld bringen konnte. Dafür überließ er es sogar den Tätern, im Namen der Gesellschaft zu handeln.

Oder haben die Täter die 120 Millionen gar nicht erhalten? Lief irgendwas schief? Waren die Kosten für die Vorbereitung dieses kriminellen Geschäftes möglicherweise höher als erwartet? Vielleicht hatten die Täter auch nicht unmittelbar Kontakt zu den Ausstellern der Bankgarantie im Hintergrund, sondern nur zu Mittelsmännern. Das könnte plausibel sein, denn eine Mafiaorganisation und gar ein Terrornetzwerk verschleiern bewusst die echten Verbindungen. Mehr Stationen dazwischen bedeuten aber auch höhere Kosten für den organisatorischen Aufwand. Lassen wir die Frage einstweilen offen, ob die Täter sich 120 Millionen Euro oder nur 900.000 Euro verschafft haben. Hohe kriminelle Energie zeigt die Handlungsweise auf jeden Fall. Wer sind aber nun die Täter?

Im Sinne der journalistischen Sorgfaltspflicht und gemäß Presserecht geben wir den betroffenen Personen die Möglichkeit, sich zu Vorwürfen zu äußern, Dinge richtig zu stellen, falls sie unscharf oder nicht korrekt wiedergegeben sind, und zur Aufklärung beizutragen. Das haben wir auch der involvierten Rechtsanwaltskanzlei angeboten. Diese hat nicht auf unsere Kontaktaufnahme und unser Gesprächsangebot reagiert. Deshalb haben wir nunmehr eine Fragenliste übermittelt und einen Termin gesetzt, bis zu dem wir die Beantwortung der Fragen erwarten. Wir hoffen, dass man diese Möglichkeit nutzt. Sollte das nicht der Fall sein, wird sich der Leser in der weiteren Darstellung des Falles so oder so selbst ein Bild machen können.

Wir müssen immer davon ausgehen müssen, dass gegen unsere aufdeckende Berichterstattung mit rechtlichen Mitteln, zuerst meist mit einstweiligen Verfügungen, vorgegangen wird. Das schreckt uns nicht, können wir dann doch vor Gericht und öffentlich den Wahrheitsbeweis antreten. Zusätzlich arbeiten wir aber mit Organisationen in anderen Ländern zusammen, die im Sinne der Öffentlichkeit und einer freien und unbeeinflussten Berichterstattung auf ihren Webseiten den Fall nach Prüfung unserer Rechercheunterlagen auf eigene Verantwortung und ohne unsere weitere Einflussmöglichkeit darstellen. So wird verhindert, dass wir gezwungen werden, eine weitere Veröffentlichung stoppen zu müssen und das so ein Fall unter den Teppich gekehrt werden kann. Aus der Vergangenheit haben wir Lehren gezogen.

Wird in Kürze fortgesetzt.

HMH/mm.

Manfred Patzer

vorgeblicher Unternehmensberater,

(zuletzt Bad Homburg)

Herr Patzer ist in einen Betrug und eine Geldwäsche von Drogen- und Terrorgeld in 3-stelliger Millionenhöhe verwickelt. Wer kann Auskunft über seine Aktivitäten geben? Wer kennt seinen derzeitigen Aufenthaltsort? Vor Patzer wird dringend gewarnt.

Alex Coris

zuletzt Managing Director

(zuletzt Hongkong)

Coris ist in einen Betrug und eine Geldwäsche von Drogen- und Terrorgeld in 3-stelliger Millionenhöhe verwickelt. Er war Managing Director der Tregenza Ltd. in Hongkong (vormals HSBC HK). Wer kann Auskunft über seine Aktivitäten geben? Wer kennt seinen derzeitigen Aufenthaltsort? Vor Coris wird dringend gewarnt.

Stefan Oppermann

Kaufmann

(Bremen)

Wer kann über das Geschäftsgebaren von Herrn Oppermann Auskunft geben? Wer hat Immobiliengeschäfte mit ihm getätigt? Wer kann über seine Aktivitäten in den USA Auskunft geben?

Doris Hoidn

Kauffrau, ehem. Rechtsanwaltsangestellte

(Augsburg)

Wer hat Erfahrung mit Frau Hoidn als Vermittlerin von Kapitalanlagen? Wer kennt sie aus der Zeit als Geschäftsführerin beim Bund der Selbständigen in Schwaben? Welche Aktivitäten entfaltete sie als "Schamanin"?

Personen, denen hier etwas bekannt gemacht wird, können sich auch über unser Kontaktformular melden oder eine Mail senden an: info@ermittlungsakte.de.

Wenn der Nachweis geführt werden kann, dass ein berechtigtes Interesse an einer Bekanntmachung auf ERMITTLUNGS-AKTE vorhanden ist und die Person, für die die Bekanntmachung bestimmt ist, tatsächlich unbekannten Aufenthalts ist oder Mitteilungen diese offenbar nicht erreichen, können Sie uns diese übermitteln an: info@ermittlungsakte.de. Registrierte Nutzer können diesen Service kostenlos nutzen. Ansonsten veröffentlichen wir die Bekanntmachung gegen eine Spende von 20 Euro an die Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer Weißer Ring e.V.:

Warnung vor Rip-Dealern

Vorsicht wenn Sie Personen treffen, die Ihnen Kapital ohne Sicherheiten und zu “Traumkonditionen” oder unter seltsamen Abwicklungsmodalitäten anbieten. Sie sollten einige Vorbereitungen treffen und das Nachfolgende beachten.

Unterschreiben Sie nichts, sondern lassen Sie alles erst von einem Rechtsanwalt prüfen. Leisten Sie keine Anzahlungen.

Machen Sie mit Ihrem Mobiltelefon Fotos oder eine Videoaufnahme von dieser/diesen Person/en und fertigen Sie zur Dokumentation unmittelbar danach ein Gesprächsprotokoll an. Solches Material kann zur Identifizierung dienen.

Eine laufende Dokumentation alles persönlich und telefonisch Besprochenen ist ein Muss und schützt Sie vor den nachher meist abenteuerlichen Gegenangriffen zur Rechtfertigung des geplatzten Geschäftes und damit verbundenen Forderungen.

Nehmen Sie immer einen Zeugen zu solchen Gesprächen mit. Scheuen Sie sich nicht, sich einen Ausweis zeigen zu lassen. Fotografieren Sie den auch wenn möglich. Selbst wenn er falsch sein sollte - was ich schon oft erlebt habe - ist das für die Behörden hilfreich.

Wenn Sie solches Dokumentationsmaterial zur Verfügung haben, lässt sich leichter feststellen, ob es sich um einen seriösen Kontakt handelt oder nicht. Außerdem können Sie sich überzeugender an die Ermittlungsbehörden wenden.

ERMITTLUNGSAKTE © 2013 / Hanns-Martin Hartenberg
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