Vor Opfern wird gewarnt

Die weiter gehenden bösen Folgen für die Betrogenen im Fall Salinas

Berlin, 14.02.2016 - Der Fall Salinas ist ein gutes Beispiel, wie skrupellose Kriminelle auch wirtschaftlich erfahrene Opfer über den Tisch ziehen und betrügen können. Im gegenständlichen Fall geht das über einen normalen Betrug und die Veruntreuung von Treuhandgeld hinaus, wie wir inzwischen wissen und wie in dem gestern als vertrauliche Informationen erschienenen Dossierreport eingehen dargestellt und belegt wird. Aber blicken wir nur einmal auf die kriminelle Handlung am Anfang. Um an dem großen Geldwäschegeschäft mitmachen und sich gleichsam „einkaufen“ zu können, musste 1 Million US-Dollar über Hongkong an das international organisierte Geldwäschenetzwerk gezahlt werden.

Im Grunde hätten die Täter aus Deutschland und der Schweiz das aus eigener Tasche nehmen oder sich leicht darlehnsweise ausleihen können. Der Inhaber der Salinas AG verfügt ebenso wie die Münchner Rechtsanwaltskanzlei über genügend Sicherheiten dafür. Jetzt kommt aber das große „Aber“. Wie hätten die es dann aber deklarieren und verbuchen sollen? Als „Einkaufspreis in ein Geldwäschegeschäft“? Wohl kaum. Aber auch wenn man eine nichtssagende Bezeichnung gewählt hätte, hätten die Herren mit den vorgeblich weißen Westen in heftigem Erklärungsnotstand kommen können.

Was also tun? Wenn man sich in diesen kriminellen Gefilden bewegt, muss man skrupellos sein und darf sich auch nicht dumm anstellen. Obwohl es schon mehr als saudumm ist, bei sowas mitzumachen, nur als Einschub gesagt. Wenn international erfahrene Geschäftsleute und kundige Rechtsanwälte nicht wissen, wie der in dem Fall allerdings kriminelle Hase laufen soll, wer dann? Dann scheint es vorteilhaft, wenn noch andere dabei sind, die die Drecksarbeit machen. In einer solchen Bande, und darum handelt es sich hier, wenn mehrere kriminell zusammenwirken, gibt es nämlich so etwas wie Arbeitsteilung.

Manfred P., einem bisher wenig erfolgreichen Geschäftsmann und bis über die Ohren verschuldet, überließ man die praktische Ausführung. Hinter ihm konnten sich der Inhaber der Salinas AG ebenso ducken wie die Herren Rechtsanwälte und die anderen Strippenzieher. Lediglich einen der Rechtsanwaltskollegen brauchte man später ganz vorne, um den Schein der vorgeblichen Sicherheit gegenüber dem Opfer leuchten zu lassen, von dem man das „Betriebskapital“ brauchte. Da nahm man dann einen der weniger erfolgreichen Kanzleikollegen. Auch in mancher Rechtsanwaltskanzlei gibt es Kollegen, die man als Bauernopfer fallen lassen kann, wenn doch etwas schief gehen sollte.

Man brauchte also 1 Million Dollar aus einer Quelle, die nicht in Verbindung mit den eigenen normalen Geschäften stand. Warum sich also nicht das Geld von Leuten holen, die auf der Suche nach Finanzierungen sind, aber das bei einer Bank in der heutigen Zeit von Basel II und III schwer bis gar nicht bekommen? Darunter gibt es genug solche, die durchaus über Eigenkapital verfügen. Warum also nicht Zugriff auf dieses Eigenkapital nehmen und es für das „Einkaufen“ in das Geldwäschegeschäft verwenden?

Man musste nur in der Finanzberaterszene austreuen, dass Darlehnskapital ohne Sicherheiten und nur gegen schlüssiges Geschäftskonzept zu vergeben sei. Ein Opfer fand sich daraufhin schnell. Dem konnte man eine scheinbar sinnvolle und legale Konstruktion für das Geschäft vorgaukeln. Mit dem kriminellen Frontman Manfred P. wäre natürlich kein Blumentopf zu gewinnen gewesen, aber mit dem Inhaber der Salinas und der Rechtsanwaltskanzlei standen die Garanten für scheinbare Seriosität bereit.

Ohne in weitere Details aus dem Dossierreport zu gehen und wie es hier noch dargestellt werden wird, kann gesagt werden, dass das Opfer keine Vorkosten oder Vorabprovision für die Darlehnsvergabe gezahlt hätte. Das wäre dann doch zu einfach gewesen. Deshalb wurde ihm vorgemacht, dass das begebene Geld nur als Nachweis des Eigenkapitals diene und auf einem Treuhandkonto unangetastet bleiben würde, bis das Darlehen ausgezahlt sei. Mit dieser Zusage und wie es auch dem uns vorliegenden Treuhandvertrag zu entnehmen ist, wurden 900.000 Euro, das waren zum damaligen Zeitpunkt umgerechnet mehr als 1 Mio. Dollar, auf das Rechtsanwaltstreuhandkonto bei einer Bank im österreichischen Jungholz gezahlt.

Noch einmal wiederholt, an der Seriosität des Inhabers der Salinas AG und vor allem der Münchner Rechtsanwaltskanzlei gab es damals keinen Zweifel. Der Inhaber der Salinas ließ Manfred P. bewusst machen, was dieser nach dem Plan der Bande sollte und wollte, wie nachgewiesen werden kann. Und P. machte das, gemeinsam mit dem Rechtsanwaltskollegen der Münchner Kanzlei in Berlin. Das Treuhandgeld wurde veruntreut. Erst wurde eine dicke Rechnung der Münchner Kanzlei davon bezahlt, der große Rest wurde nach Hongkong überwiesen. Beides waren kriminelle Handlungen und Tatbestandteile der Veruntreuung, des Betruges und letztendlich des größeren Delikts. Die darum herum geführte Scheinkorrespondenz sollte nur das kriminelle Delikt verschleiern.

Wenden wir uns aber einmal der Frage zu, welche Naivität – oder Dummheit – dazu gehört, zu glauben, dass es für einen Darlehnsgeber notwendig ist, dass ich den Nachweis meines Eigenkapitals führe, indem ich mein Geld auf ein fremdes Konto, wenn auch Treuhandkonto, transferiere. Da hätte auch eine Bestätigung meiner eigenen Bank gereicht und meinetwegen eine einstweilige Zweck gewidmete Sperrung des Geldes. Und überhaupt, was ist das für eine abartige Konstruktion? Wofür muss ich Geld hergeben, wenn ich doch Geld bekommen soll? Aber halt, es ist eine Bankgarantie im Spiel. Natürlich stellt man dem ahnungslosen Opfer nicht die echten Hintergründe und schon gar nicht die echte Größenordnung dar. Aber man kann es so schön verkomplizieren und hat plötzlich auch Argumente für den Vorab-Geldtransfer.

Ganz klar, von renommierten Rechtsanwälten erwartet man auch nicht unbedingt, dass das eine getürkte Sache ist und die falschen Rechtsfreunde noch dazu so mir nichts dir nichts das Geld veruntreuen. Aber bei wie vielen der Vertreter der rechtsberatenden Zunft ist gleichsam das Kanzleigebäude total morsch und sie sind bis über die Ohren verschuldet. Oder, wie es in diesem Fall sein dürfte und durch das Verhalten der Herren Rechtsanwälte bestätigt wird, sind 900.000 Euro bei dem Geschäft, was man eigentlich im Sinn hat, nur Peanuts, um die man einen Mandanten ohne große Folgen bescheißen kann. Bisher ging diese Rechnung auf, denn von den Ermittlungsbehörden wurden noch keine besonderen Zeichen gesetzt.

Aber zurück zum Opfer und seiner Naivität. Ich habe es bei meiner investigativen journalistischen Arbeit oft erlebt, dass Kapital suchende Unternehmer den gesunden Menschenverstand einfach ausschalten, wenn sie Finanzierungen zugesagt bekommen. Ein Manfred P. ist noch dazu ein sehr überzeugender Betrüger, der auf der Klaviatur, die ihm seine kriminellen Kumpane bereitgestellt hatten, virtuos spielen konnte. Begleitet vom Inhaber der Salinas und dem Treuhandrechtsanwalt, die anderen im Hintergrund.

Aber trotzdem, es hätten sich dem Opfer alle Nackenhaare sträuben und die Fußnägel kräuseln müssen, schon als man ihm die Konstruktion vorstellte. Denn es handelt sich bei dem Opfer immerhin um eine Finanzfirma und ihren Geschäftsführer, der selbst ein erfahrener Kaufmann und Finanzberater ist. Außerdem sagt man den Schwaben, und das Opfer kommt aus dem Schwabenland, auch die Eigenschaft zu, in Geldsachen besonders aufmerksam und vorsichtig zu sein. Welcher der sieben Schwaben war hier so naiv unterwegs.

Gehen wir aber noch einen Schritt weiter. Was sagen den eigentlich die Kunden dieser Schwaben-Finanzfirma dazu? Wenn ich dort Kunde wäre und meine Finanzen dort betreuen oder mich beraten ließe, würde ich meine Geschäftsbeziehung sofort beenden. Unter Jugendlichen fällt heute oft die Beleidigung „Du Opfer“. Mit einem „Opfer“ will ich nichts zu tun haben. Das ist schwach. Ich will nicht auch noch Opfer werden und wie in diesem Fall mein Geld verlieren.

Im gestern erschienenen Dossierreport werden die volle Bezeichnung und der Sitz der Opfer-Finanzfirma genannt. Vertraulich natürlich. Aber auch, wenn mehr auf ERMITTLUNGSAKTE veröffentlicht und selbst wenn der Name verfremdet wird, wird das leicht zu erschließen sein. Immerhin wurde schon ein Zivilprozess geführt, und in den öffentlich zugänglichen Dokumenten findet sich dann alles. Ich werde auch damit nicht zurückhalten, denn es geht darum, vor Schaden zu schützen, nicht nur verursacht durch kriminelle Handlungen, sondern auch durch Naivität und Dummheit. Ein Kunde, der erfährt, dass er mit Dummen zusammenarbeitet, muss ebenso gewarnt werden wie ein Klient, der von Kriminellen in Rechtssachen vertreten wird. Trotzdem, das sei nicht vergessen, die Kriminellen müssen zur Rechenschaft gezogen werden, nicht die Opfer, so „dumm“ sie auch gewesen sein mögen.

Der Schaden für das Opfer geht aber erheblich über 900.000 Euro und die die ganzen entstandenen Kosten hinaus. Denn wofür hätte das Eigenkapital und das Darlehen über 6 Mio. Euro, also insgesamt knapp 7 Mio. Euro, verwendet werden sollen. Immerhin investiert die Opfer-Finanzfirma selbst in andere Unternehmen und Projekte. Und genau hier beginnt die Sch…. zu dampfen. Damit hätte die Verpflichtung aus einem Beteiligungsvertrag bedient werden sollen, den die Opfer-Finanzfirma mit einem US-amerikanischen Unternehmen geschlossen hatte. Sie hatte zu früh den verlogenen mündlichen Aussagen der Täter vertraut, das Darlehn sei schon angewiesen. Also doppelte Arschkarte.

Der Geschäftspartner der Opfer-Finanzfirma in den USA gehört nicht zu der Sorte, der viel Verständnis aufbringt, wenn man einen Vertrag nicht erfüllt. Da kommt also wohl sehr viel Druck. Mehr noch sieht sich der US-Partner durch den kriminellen Angriff auf seinen Vertragspartner selbst angegriffen. Amerikaner, die unmittelbar oder mittelbar Opfer von organisierter Kriminalität aus dem Ausland geworden sind, holen sich Unterstützung bei ihren eigenen Behörden. Wer von den Tätern in ein Land kommen sollte, das bei der Verfolgung von Straftätern eng mit den USA zusammenarbeitet und an diese ausliefert, oder gar in die USA selbst, der sollte keine Pläne für die nächsten Jahre machen.

Manchen Amerikanern ist das aber nicht genug. Sie warten nicht auf die Behörden und schon gar nicht auf solche aus dem Ausland, bis Aufklärung geleistet wurde, Beweise gesichert sind und die Täter gefasst wurden. Sie setzen private Ermittler auf die Sache an und lassen es sich etwas kosten, das kriminelle Dunkel auszuleuchten. Wenn amerikanische investigative Journalisten die Möglichkeit bekommen, an solchen privaten Ermittlungen zu partizipieren und brandheiße Informationen zu erhalten, kann das nur willkommen sein. Da ich auch in Nordamerika investigativ-journalistisch arbeite und vernetzt bin, konnte ich mich da einklinken und ergänzend zu den eigenen Recherchen viel über die üblen Hintergründe des Falles erfahren.

Der Opfer-Finanzfirma dürfte kaum damit gedient sein, wenn die Täter nur zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen würden. Aber selbst, wenn sie den Schaden erstattet bekäme, der durch die Veruntreuung verursacht wurde, bliebe eine saftige Forderung des amerikanischen Beteiligungspartners übrig sowie ein gewaltiger Image- und Vertrauensverlust bei den eigenen Kunden. Allerdings möchte ich nicht in der Haut der Täter stecken. Denn wie ich erfahren habe, als ich den Dossierreport dem Inhaber des amerikanischen Firma zur Dokumentation übermittelt habe, will der Belohnungen auszusetzen, um der Täter habhaft zu werden. Möglichst dort, wo US-amerikanischen Behörden sie in Empfang nehmen können oder "zugestellt" bekommen. Für mich als Journalisten bleibt der Fall spannend und ich demgemäß am Geschehen dran.

HMH/mm.

Manfred Patzer

vorgeblicher Unternehmensberater,

(zuletzt Bad Homburg)

Herr Patzer ist in einen Betrug und eine Geldwäsche von Drogen- und Terrorgeld in 3-stelliger Millionenhöhe verwickelt. Wer kann Auskunft über seine Aktivitäten geben? Wer kennt seinen derzeitigen Aufenthaltsort? Vor Patzer wird dringend gewarnt.

Alex Coris

zuletzt Managing Director

(zuletzt Hongkong)

Coris ist in einen Betrug und eine Geldwäsche von Drogen- und Terrorgeld in 3-stelliger Millionenhöhe verwickelt. Er war Managing Director der Tregenza Ltd. in Hongkong (vormals HSBC HK). Wer kann Auskunft über seine Aktivitäten geben? Wer kennt seinen derzeitigen Aufenthaltsort? Vor Coris wird dringend gewarnt.

Stefan Oppermann

Kaufmann

(Bremen)

Wer kann über das Geschäftsgebaren von Herrn Oppermann Auskunft geben? Wer hat Immobiliengeschäfte mit ihm getätigt? Wer kann über seine Aktivitäten in den USA Auskunft geben?

Doris Hoidn

Kauffrau, ehem. Rechtsanwaltsangestellte

(Augsburg)

Wer hat Erfahrung mit Frau Hoidn als Vermittlerin von Kapitalanlagen? Wer kennt sie aus der Zeit als Geschäftsführerin beim Bund der Selbständigen in Schwaben? Welche Aktivitäten entfaltete sie als "Schamanin"?

Personen, denen hier etwas bekannt gemacht wird, können sich auch über unser Kontaktformular melden oder eine Mail senden an: info@ermittlungsakte.de.

Wenn der Nachweis geführt werden kann, dass ein berechtigtes Interesse an einer Bekanntmachung auf ERMITTLUNGS-AKTE vorhanden ist und die Person, für die die Bekanntmachung bestimmt ist, tatsächlich unbekannten Aufenthalts ist oder Mitteilungen diese offenbar nicht erreichen, können Sie uns diese übermitteln an: info@ermittlungsakte.de. Registrierte Nutzer können diesen Service kostenlos nutzen. Ansonsten veröffentlichen wir die Bekanntmachung gegen eine Spende von 20 Euro an die Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer Weißer Ring e.V.:

Warnung vor Rip-Dealern

Vorsicht wenn Sie Personen treffen, die Ihnen Kapital ohne Sicherheiten und zu “Traumkonditionen” oder unter seltsamen Abwicklungsmodalitäten anbieten. Sie sollten einige Vorbereitungen treffen und das Nachfolgende beachten.

Unterschreiben Sie nichts, sondern lassen Sie alles erst von einem Rechtsanwalt prüfen. Leisten Sie keine Anzahlungen.

Machen Sie mit Ihrem Mobiltelefon Fotos oder eine Videoaufnahme von dieser/diesen Person/en und fertigen Sie zur Dokumentation unmittelbar danach ein Gesprächsprotokoll an. Solches Material kann zur Identifizierung dienen.

Eine laufende Dokumentation alles persönlich und telefonisch Besprochenen ist ein Muss und schützt Sie vor den nachher meist abenteuerlichen Gegenangriffen zur Rechtfertigung des geplatzten Geschäftes und damit verbundenen Forderungen.

Nehmen Sie immer einen Zeugen zu solchen Gesprächen mit. Scheuen Sie sich nicht, sich einen Ausweis zeigen zu lassen. Fotografieren Sie den auch wenn möglich. Selbst wenn er falsch sein sollte - was ich schon oft erlebt habe - ist das für die Behörden hilfreich.

Wenn Sie solches Dokumentationsmaterial zur Verfügung haben, lässt sich leichter feststellen, ob es sich um einen seriösen Kontakt handelt oder nicht. Außerdem können Sie sich überzeugender an die Ermittlungsbehörden wenden.

ERMITTLUNGSAKTE © 2013 / Hanns-Martin Hartenberg
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